Ein Tag und viele Gedanken

Veröffentlicht von
Foto DIK für www.ohnebleibe.de

Heute möchte ich mich mit ein paar Gedanken an Euch wenden. Ich hatte es über den Tag verdammt eilig und kaum Zeit mich mit meinen Mitmenschen zu beschäftigen. Jedoch fiel Heute auch zweimal mein Blick auf Personen die ohne festen Wohnsitz waren.

Unterschiedliche Situationen und dennoch wohl beide in der selben Situation. Der erste Standort war in Dortmund, es war so gegen 12 Uhr und in der Grünanlage eines großen Parkplatzes zwischen Fast-Food-Kette, Baumarkt, Supermarkt lag schlafen ein Mann an den dürren Hecken. Mein Blick fiel aus einem fahrenden Auto auf ihn und ich hoffte, das jemand mal nach dem Rechten schaut, da ich weder anhalten konnte noch sich die Möglichkeit ergab jemanden zu benachrichtigen. Es war ein wirklich beklemmendes Gefühl. Aber es wirft auch Fragen auf.

Wie schaffen es viele Menschen einfach daran vorbei zu gehen? Haben wir insgesamt viel zu wenig Zeit für unsere Mitmenschen? Ist es uns egal wie es einem Menschen geht, nur weil er kein Dach über den Kopf hat? Ist dieser Mensch in unseren Augen weniger wert?

Ich bin später noch einmal an den Ort zurückgekehrt, der Mann war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr da. Allerdings beruhigt mich das nicht im geringsten.

Um ca. 14 Uhr sah ich in Recklinghausen Süd einen Mann auf dem Bürgersteig auf eine Art Kommisionswagen Rollwagen sitzen. Mit einem Stock und leeren Blick stocherte er auf dem Bürgersteig. Im ersten Moment dachte ich mir eigentlich ist so ein Wagen praktisch, man muss nicht auf dem kalten Boden direkt liegen. Da ich auch dort keine Möglichkeit hatte mal nach dem Rechten zu fragen, bleiben mir nur die Gedanken. Mittlerweile frage ich mich wie er sein Leben den ganzen Tag so Handhabt, schiebt er den Rollwagen wohl mit sich? Versteckt er ihn irgendwo? Gibt es womöglich Menschen die versuchen ihm seinen Wagen wegzunehmen? Dann wurde mir irgendwie ein Gedanke aufgedrängt, ob er den Wagen wohl gestohlen habe? Wäre es eine Hilfe Menschen ohne festen Wohnsitz mit so einem Rollwagen auszustatten?

Es bleiben mir Gedanken und Fragen. aber auch die Sorge, was passiert mit diesen Menschen, in einer Zeit wo so vieles nicht rund läuft…

Ich würde mich freuen, wenn sich der ein oder andere mal ein paar Gedanken macht. Vielleicht auch einfach mal nach Rechts und Links schaut, auch wenn ihr nichts habt, was ihr verschenken könnt, vielleicht habt ihr einfach mal den Mut ein paar Worte zu schenken. Sagt bitte bewusst NEIN zu der Ausgrenzung von Obdachlosen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.