Der kalte und einsame Tod auf der Straße

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Meine sehr geehrten Damen und Herren Politiker,

Sie sind gefordert! Immer wieder erleben wir, dass Menschen einsam und alleine auf der Straße versterben. Unbemerkt vom Trubel der Stadt und unbemerkt von denen die Verantwortung für ihre Bürger zu tragen haben. Das Obdachlose Menschen immer häufiger unmenschlicher Gewalttaten ausgesetzt sind, scheint traurige Normalität geworden zu sein. Man lebt schier mit diesem abnormalen Wahnsinn. Immer wieder werden Sprüche laut, in Deutschland muss keiner auf der Straße leben, die wollen das doch alle so… Glaubt man diesen Aussagen wirklich?

Wir leben mitten in einer Pandemie, die Nächte auf der Straße müssen kaum zu ertragen sein, es ist frostig und es ist nass. Es gibt kaum eine Möglichkeit sein Hab und Gut vor dieser Witterung zu schützen. Doch was noch viel erschreckender ist, auch die Menschen auf der Straße haben kaum mehr Möglichkeiten ihren Körper aufzuwärmen und sich ein wenig von den Strapazen zu erholen. Es heißt Abstand halten, Ansteckung vermeiden, Kontakte einschränken. Ist damit auch gemeint den Kältetod derer in Kauf nehmen, die kein Dach über den Kopf haben? Vereinzelnd wurden Stimmen laut die eine Hotelunterbringung für Obdachlose fordern, doch wie man dieses umsetzen könnte und überhaupt will ist einfach ein großes Fragezeichen.

Man kann jedoch nicht alleine den Ehrenamtlichen Helfern und Vereinen die Aufgabe zuschustern, sich um diese Menschen am Rande der Gesellschaft zu kümmern. Ganz klar ist hier auch die Politik gefordert. Jeder Bürger dieses Landes hat dieselben Grundrechte und so sollte auch jeder Bürger wie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft behandelt werden, welches von unserer Politik geschützt und beschützt werden muss.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht wie das so ist? Alleine in einem nassen Schlafsack, auf einer feuchten Isomatte, hinter einem stinkenden Müllcontainer zu schlafen? Die Kleidung klebt am Körper und lässt den Frost direkt durch die Haut in die Blutbahn gehen. Diese Kälte, die alle Glieder steif macht, das Atmen welches mit jeder Minute schwerer wird? Die Schmerzen von Erfrierungen und Mangelerscheinungen? Das Gefühl – es ist allen egal – was aus einem wird? Natürlich könnte man sagen, such dir doch Hilfe! Frag nach Unterstützung! Doch dann kommt die Scham, die Depression, die Angst, man kann das nicht einfach mit ein paar Floskeln abtun. Diese Menschen haben viel erlebt und nicht ohne Grund sind sie dort wo sie sind. Hier ist das richtige Feingefühl gefragt. Jemanden auf Augenhöhe begegnen, ihn nicht als Opfer der Gesellschaft sehen, sondern als Mensch mit Gefühlen, Erfahrungen und Ängsten.

Wenn man sich nicht endlich auf den Weg macht eine Lösung zu finden, werden die Meldungen über das Auffinden lebloser Personen, die einsam und alleine auf der Straße ihr Leben anhand Kälte, Frost und Gewalttaten ließen niemals weniger werden. Die Tendenz der Kältetod Opfer auf Deutschlands Straßen 2021 ist steigend. Bitte haben Sie ein offenes Herz und offene Augen für diese Menschen! Sehen Sie nicht weg, vergessen Sie nicht das Leid in den Augen und vor allem versuchen Sie mit ihnen eine Lösung zu finden, um zu helfen! Diese Menschen brauchen unsere und Ihre Hilfe!

Ebenso möchte ich jeden Passanten noch einmal bitten: Bitte geht nicht einfach so an Obdachlosen Menschen vorbei, schaut oder fragt, ob alles in Ordnung ist. In einigen Städten gibt es einen Kältebus, aber im Fall der Fälle darf und sollte immer ein Notruf abgesendet werden. Lasst die Menschen nicht einfach vor unseren Türen und auf unseren Straße an der Not und der Kälte sterben.

Danke für die Aufmerksamkeit

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